Europa – eine Idee als Heimat

Ein Sammelband bringt unterschiedliche Europa-Bilder ins Gespräch

Bereits Ende 2018 hatte der langjährige CSU-Europapolitiker Bernd Posselt mit seinem Buch „Bernd Posselt erzählt Europa“ nachdrücklich auf die Notwendigkeit eines – für die europäische Staatenfamilie identitätsstiftenden – Narrativs für Europa hingewiesen. Eines der möglichen Narrative legt nahe, Europa als ‚Heimat‘ zu verstehen. Eine solche Europa-Deutung – die einen mit vielfältigen Assoziationen besetzten Begriff, der sich ursprünglich auf den engeren Lebensraum bezieht, auf einen gesamten Kontinent anwenden will – ist jedoch voraussetzungsreich und wirft weitreichende Fragen auf. Und so erscheint es nur schlüssig, dass Martin W. Ramb und Holger Zabarowski hinter den Titel ihres 2019 erschienenen Sammelbandes ein Frage- und kein Ausrufezeichen setzen: „Heimat Europa?“

Auf mehr als 400 Seiten bringen die beiden katholischen Philosophen vielfältige und sich stimmig ergänzende – wissenschaftliche, essayistische, literarische wie autobiografische – Annäherungen an den Fragenkomplex zusammen, der sich hinter den zwei Worten „Heimat Europa“ verbirgt. Dabei gelingt es ihnen, ganz unterschiedliche – affirmative bis kritische – Positionen zu Wort kommen zu lassen und damit einen wichtigen Beitrag zur – nicht zuletzt seit dem Brexit und den west-östlichen Spannungen um die Migrationspolitik – virulenten Debatte um die Zukunft der Europäischen Union vorzulegen: Sie eröffnen ein Kaleidoskop unterschiedlichster Zugänge zu Europa, die sich nicht im Kleinklein der Tagespolitik verlieren, sondern auf einer grundsätzlichen Ebene über Wesen und Fundament Europas reflektieren.

So facettenreich wie die inhaltlichen Positionen sind die fachlichen Disziplinen und biografisch-regionalen Hintergründe der Beiträger, unter denen sich nicht nur deutsche und westeuropäische Autoren, sondern gerade auch solche mit Bezug zum östlichen Europa finden: die 1973 in Zagreb geborene dalmatisch-österreichische Schriftstellerin Dr. Anna Baar, der Budapester Philosoph Prof. Dr. István M. Fehér, Prof. Dr. Dean Komel, der an der Universität Laibach Gegenwarts- und Kulturphilosophie lehrt, sowie die slowenisch-ungarische Literaturwissenschaftlerin Dr. Ilma Rakusa.

In bemerkenswerter Weise reflektiert der Literaturwissenschaftler und frühere Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Dieter Borchmeyer, die multinationale Vielfalt Europas: „Europa, europäisches Identitätsgefühl ist ein Amalgam der verschiedenen, in Jahrhunderten gewachsenen nationalen und regionalen Mentalitäten und Kulturtraditionen, kein von ihnen abzuziehendes farbloses Abstraktum, keine jegliche Varietäten zum Verschwinden bringende Nacht, in der alle Katzen grau sind.“ Und so hält Borchmeyer der – auch einzelnen anderen Beiträgen des Sammelbandes abzuspürenden – Forderung, „nicht mehr in nationalen, sondern in europäischen Kategorien zu denken“, entgegen, dass „hier ein Gegensatz konstruiert [wird], der gerade das verhindert, was man zu erreichen strebt: ein vertrautes Europa, in dem die Angehörigen der verschiedenen Nationen wirklich zu Hause sind“.

Die Mehrheit der Verfasser geht den plausiblen Weg, Europa nicht räumlich, sondern vielmehr geistig als Heimat zu verstehen. So erscheint es Fehér erst möglich zu sein, Europa als Heimat zu denken, wenn wir „vom Gegendhaften absehen und uns dem ‚Geistigen‘ zuwenden“: „Ideen können, zumal gemeinschaftliche, Heimat konstituieren. ‚Die europäischen Nationen mögen noch so sehr verfeindet sein‘ schrieb hierzu Husserl, ‚sie haben doch eine besondere innere Verwandtschaft im Geiste.‘“ Diese sieht Fehér im Besonderen gestiftet durch die „europäischen Werte und das, was sie beinhalten, die abendländisch-europäische Philosophie und Lebensanschauung“.

Da sich gerade auf das Schlagwort der ‚europäischen Werte‘ – und dies nicht nur in Fehérs Aufsatz sowie anderen Beiträgen des vorliegenden Bandes – allzu schnell berufen wird, wenn es um das geistige Fundament Europas geht, ist der Beitrag des Ethikers Franziskus von Heeremann besonders bedeutsam. Für den Professor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar führt eine ausschließliche Berufung auf – letztlich subjektiv begründete – Werte nicht nur zu einem „Treibsand aus Wertigkeiten, die gegeneinander verrechnet werden können und deren Hierarchie ins Belieben gestellt ist“. Vielmehr sieht er zudem die Gefahr einer Gesinnungsdiktatur, „die von ihren Untertanen fordert, all das zu übernehmen, was der aktuelle Herrscher – und das ist in der Demokratie die Mehrheit – schätzt“. Demgegenüber setzt von Heeremann auf die Menschenwürde als identitäre Grundlage Europas: „Die Frage nach unserer letzten Identität ist die, ob wir, gespeist aus welchen religiösen, philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen Quellen auch immer, an diesem Bekenntnis zur ‚Sakralität der Person‘ (Hans Joas) unbeirr- und unverführbar festhalten. Die Sakralität der Person ist aber in der Weise die Identität Europas, dass Europa weder behaupten noch wollen kann, dass es bloß die seine wäre, noch konstatieren kann, es habe sie – es entspräche schon seiner Identität.“

Tilman Asmus Fischer

Martin W. Ramb u. Holger Zaborowski (Hrsgg.), Heimat Europa?, Göttingen 2019. 431 Seiten, gebunden, 22 Euro, ISBN: 978-3-8353-3475-5.

Erschienen in: DOD – Deutscher Ostdienst 6/2019.

Die Reformation prägte das Militär

Seit Luther bestimmen Ambivalenzen die protestantische Haltung zu militärischer Gewalt

Tilman Asmus Fischer

Ob mit Blick auf die europäisch-russischen Beziehungen, Syrien oder die Zukunft der Nato: Gegenwärtig erleben wir eine neuerliche sicherheitspolitische Polarisierung. Es geht um Positionen zwischen Interessenpolitik und Fundamentalpazifismus sowie um Fragen von militärischen bis zivilen Fähigkeiten. Was vermag ein von Theologen und Historikern verfasster Sammelband unter dem Titel „Reformation und Militär“ zu einer solch aktuellen Debatte beizutragen?

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Erschienen in: Neue Zürcher Zeitung, 12. Dezember 2019.

Wie Konflikte das Land weiterbringen

Der Aalener Abgeordnete Kiesewetter fordert mehr Rückhalt für das Militär

Von Tilman Asmus Fischer

Seit etwa 20 Jahren ist die Weltöffentlichkeit wieder von zunehmenden Konflikten geprägt: Terrorismus, Gewalt im Nahen Osten, Krim-Annexion. Die politische Diskussionskultur ist durch neue Populisten rauer geworden. Vor diesem Hintergrund hat der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck ein Buch geschrieben, das „Konstruktive Konfliktkultur“ heißt – und das Fragen wie diese stellt: Was leisten Konflikte für die Gesellschaft? Wie lassen sie sich gewaltfrei bewältigen? Und welche Maßstäbe gelten dort, wo doch militärische Gewalt eingesetzt werden muss? Am Mittwoch sprach Overbeck darüber in Berlin – und diskutierte mit zwei CDU-Bundestagsabgeordneten: dem Aalener Verteidigungsexperten Roderich Kiesewetter und dem parlamentarischen Staatssekretär Peter Tauber. Eingeladen hatten die Katholische Akademie und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Für Overbeck kommt Konflikten in Gesellschaft und Politik zunächst eine „produktive Rolle“ zu: „Man geht verändert, oftmals bereichert, aus Konflikten heraus.“ Denn: Konflikte zu bearbeiten, heiße, Missverständnisse zu klären und im besten Fall gemeinsam Fortschritte zu erreichen. Im zwischenmenschlichen Miteinander mag das leichter fallen als in der Politik – zumal bei Konflikten zwischen Staaten. Hier braucht es laut Overbeck Formen „institutionalisierter Konfliktbewältigung“: In Deutschland nimmt diese Funktion an erster Stelle der Bundestag wahr, wo um politische Entscheidungen gerungen wird. Auf internationaler Ebene kommt den Vereinten Nationen und ihren Organisationen eine vergleichbare Funktion zu – zumindest in der Theorie.

Neben solchen Institutionen braucht es aber auch Tugenden, an denen sich Konfliktparteien orientieren können – Spielregeln des Konflikts. In der parlamentarischen Demokratie bedeutet das etwa Fairness im Umgang mit dem politischen Gegner. Für Soldaten ist es laut Overbeck wiederum notwendig, dass sie nicht nur tapfer, mutig und maßvoll sind – sondern auch die Gesinnung verinnerlicht haben, „Frieden bringen zu wollen“. Bürger und Politiker seien es wiederum den Soldaten schuldig, einen „innergesellschaftlichen Dialog über die andrängenden friedensethischen Herausforderungen“ zu führen und sie vor den ethischen Herausforderungen eines Militäreinsatzes nicht alleine stehen zu lassen.

In diesem Sinne fragte auch Kiesewetter, Obmann für Außenpolitik der CDU/CSU-Fraktion, selbstkritisch: „Warum scheuen wir uns, Einsätze zu evaluieren und offen im Bundestag zu debattieren?“ Für ihn ist klar: Auch jenseits der Mandatierung von Bundeswehreinsätzen muss der Bundestag über Sinn und Ergebnisse der Einsätze diskutieren. Viel stärker als bisher müsse es dabei auch darum gehen, militärische Gewaltanwendung zu verbinden mit nichtmilitärischen Instrumenten der Konfliktprävention.

Dabei zeigte bereits die Podiumsdiskussion am Mittwochabend: Für eine offene und kontroverse Debatte braucht es Parlamentarier und Vertreter der Zivilgesellschaft, die sich mit kritischen Fragen einbringen – unter anderem die Kirchen. So mahnte Kiesewetter, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, an, die deutschen Soldaten müssten bestmöglich ausgestattet werden, auch „damit sie sich von der Gesellschaft angenommen fühlen“. Und der Kirchenmann Overbeck beklagte, dass bei öffentlichen Gelöbnissen, wie zuletzt vor dem Reichstag, das Volk meist kaum anwesend sei. Demgegenüber war der parlamentarische Staatssekretär des Verteidigungsministeriums Tauber merklich um Entschärfung der Diskussion bemüht: Insgesamt erhielten Soldaten in der Bevölkerung doch Anerkennung. Und durch Kritik an Ausrüstungsmängeln solle man nicht die „eigene Truppe schlechtreden“.

Kritisch sieht Tauber hingegen die Verrohung der politischen Kultur in Deutschland. Daher erinnerte er an Wolf Graf von Baudissin, den ‚Vater der Inneren Führung‘, der Menschlichkeit als Tugend für Soldaten und Zivilisten angemahnt hatte: „Der Soldat, der keine Achtung vor dem Mitmenschen hat, – und auch der Feind ist sein Mitmensch – ist weder als Vorgesetzter noch als Kamerad noch als Mitbürger erträglich.“

Erschienen in: Schwäbische Zeitung – unabhängige Tageszeitung für christliche Kultur und Politik, 15. November 2019.

Den Schöpfergott vor Augen

Ein Sammelband lässt Joseph Ratzinger zum Verhältnis von Glaube und Politik zu Wort kommen

Von Tilman Asmus Fischer

An Glaube und Religion kommt, wer heutzutage Gegenwartshermeneutik betreibt, nicht vorbei. Ob man der Säkularisierungsthese oder der Idee einer Wiederkehr der Religion anhängt: für beide Positionen ist die Frage nach der Relevanz dieser Faktoren konstitutiv. Dabei sind beide Konzepte nicht bloß soziologische Deutungsmuster, sondern stehen nicht selten im Dienst weltanschaulicher Programme, die entweder einen strikten Laizismus oder eine Restauration religiöser Dominanz predigen. Daher trifft das vergangenes Jahr von Pierluca Azzaro und Carlos Granados herausgegebene Buch „Die Freiheit befreien“ den Nerv der Zeit, indem es eine Auswahl von Texten des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, bietet, die sich mit „Glaube und Politik im dritten Jahrtausend“ befassen.

Vom ältesten Text – einer Predigt vor katholischen Bundestagsabgeordneten aus dem Jahre 1981 – bis hin zur im Band enthaltenen Erstveröffentlichung – einer Antwort auf Marcello Peras Buch „La Chiesa, i diritti umani e il distacco da Dio“ – treten zwei zentrale Grundlinien hervor: Zum einen steht hinter allen Beiträgen das für Ratzinger typische Paradigma eines korrelativen Verhältnisses von Glaube und Vernunft, zum anderen erschließt der Autor vor diesem Hintergrund fundamentale Normen und Kriterien politischen Handelns in christlicher Verantwortung. Dabei erscheint der Systematiker und frühere Bischof von Rom kaum als der dogmatische Hardliner, als den ihn seine Kritiker gerne zeichnen, – sondern vielmehr als einer der großen Denker der (Post-)Moderne, dessen Positionen mannigfaltige Anknüpfungspunkte für den Diskurs eröffnen, gerade nicht nur aus einem christlichen Blickwinkel heraus.

Dies hat seinen Grund gerade darin, dass es ihm immer wieder gelingt, plausibel zu machen, in welchem Maße sich rechtsphilosophische Grundpfeiler der westlichen Zivilisationen – wie der Liberalismus und das Verständnis des Menschen als Rechtssubjekt –, die auch aus einer säkularen Perspektive unverzichtbar sind, fundamentalen Überzeugungen eines christlichen Welt- und Menschenbildes, mithin der Idee der Gottesebenbildlichkeit, verdanken. So konstatiert Ratzinger in der Auseinandersetzung mit Pera: „Der Gedanke der Menschenrechte bleibt tragfähig letzten Endes nur, wenn er im Glauben an den Schöpfergott festgemacht ist. Von dort empfängt er seine Grenze und zugleich seine Begründung.“

Hier und an anderen Stellen tritt Ratzinger wiederholt – und mit überzeugenden Argumenten – für eine Rückbesinnung auf naturrechtliche Traditionen ein. Es ist zudem eben das Naturrecht, dem Ratzinger ein anhaltendes Dialogpotenzial beimisst – gerade für die Kirche in der Moderne: Als Argumentationsfigur ermögliche es der katholischen Kirche, „in den Gesprächen mit der säkularen Gesellschaft und mit anderen Glaubensgemeinschaften an die gemeinsame Vernunft [zu appellieren] und die Grundlagen für eine Verständigung über die ethischen Prinzipien des Rechts in einer säkularen pluralistischen Gesellschaft“ zu suchen.

Letztlich verharrt Ratzinger nicht in der Reflexion rechts- und religionsphilosophischer Abstrakta, sondern buchstabiert immer wieder auch die sozialethischen – und damit letztlich auch politischen – Konsequenzen seiner Theologie aus. Dies gilt etwa für den Gedanken einer „zweite[n] Realpräsenz Jesu“ – neben der sakramentalen: „in den Geringsten, in den Getretenen dieser Welt, in den Letzten […], in denen Er von uns gefunden sein will“. Wenn Papst Franziskus in seinem Vorwort zu „Die Freiheit befreien“ ebendiesen Gedankengang – und Ratzingers damit verbundenes Eintreten für eine Christus gemäße Veränderung der Welt – hervorhebt, zeigt sich wieder einmal, in welchem Ausmaß die „politische Diakonie“ des amtierenden Papstes der Theologie – und insbesondere der Christologie – seines Amtsvorgängers verpflichtet ist.

Wie zeitlos das Denken Ratzingers ist, zeigen drei – bereits 1995 gemeinsam unter dem Titel „Wahrheit, Werte, Macht. Prüfsteine einer pluralistischen Gesellschaft“ erschienene – Vorträge, die der Autor 1991/1992 in Dallas, Paris und Pressburg gehalten hatte. Sie waren entstanden vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche im befreiten Ost(mittel)europa, sind aber noch heute aktuell – teils erschreckend aktuell: So erinnert Ratzinger angesichts fremdenfeindlicher Ausschreitungen im wiedervereinigten Deutschland an den heute fast vergessenen Faschismustheoretiker Hermann Rauschning, der den Nationalsozialismus als eine „Revolution des Nihilismus“ beschrieben hatte. Blicken wir heute nach Chemnitz und in andere deutsche Städte, wird die bleibende Bedeutung von Ratzingers Einsicht deutlich: „Die wesentlichen moralischen Einsichten zu pflegen, sie als ein gemeinsames Gut zu wahren und zu schützen, ohne sie zwanghaft aufzuerlegen, scheint mir eine Bedingung für das Bleiben der Freiheit gegenüber allen Nihilismen und ihren totalitären Folgen zu sein.“

Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Die Freiheit befreien. Glaube und Politik im dritten Jahrtausend. Herder, Freiburg 2018, 216 Seiten, ISBN 978-3-451-37980-2, EUR 22,–

In ähnlicher Form erschienen am 25. Juli 2019 in der Zeitung „Die Tagespost“ (www.die-tagespost.de).

Gerechter Krieg, gerechter Frieden

Sigurd Rink blickt auf militärische Konflikte und ethische Herausforderungen

Von Tilman Asmus Fischer

Können Kriege gerecht sein? Dass gerade diese Frage dem Buch eines evangelischen Militärbischofs seinen Titel gibt, mag auf den ersten Blick als Provokation erscheinen. War die Friedensethik – zumal die evangelische – doch längst auf Distanz zur Lehre vom „gerechten Krieg“ gegangen. Und dies nicht ohne Grund; Sigurd Rink verweist selbst auf den fatalen Beitrag, den die Kirche in ihrer Geschichte zur Legitimierung militärischer Aggressionen unter dem Vorwand des iustum bellum geleistet hat. Und so steht Rink auch fern davon, mit dem gegenwärtig prägenden Paradigma des „gerechten Friedens“ zu brechen, dem Frieden mehr als die Abwesenheit von Gewalt bedeutet. Vielmehr geht es ihm darum, „die Tradition vom gerechten Krieg als Mittel der Gewaltbegrenzung“ zu verstehen, also die Frage nach der Rechtfertigung militärischer Gewalt kritisch an sicherheitspolitische und militärische Entscheidungen zu stellen. Dabei steht für ihn fest: „Die Ultima Ratio, die äußerste Möglichkeit eines Einsatzes rechtserhaltender Gewalt, ist für mich keine hohle Phrase, die man relativieren kann. Sie ist angesichts dessen, was militärische Interventionen bewirken – nicht zuletzt auch im Leben der Soldatinnen und Soldaten –, mit äußerster Sorgfalt zu prüfen.“

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Erschienen in: Der Tagesspiegel, 31. Juli 2019.

Der da ist und der da war und der da kommt

Andacht zu 2. Mose 3,1-15

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.

Wie oft haben wir diesen Kanzelgruß schon gehört – „von dem, der da ist und der da war und der da kommt“, wie es im ersten Kapitel der Johannesoffenbarung heißt. Für viele von uns wird er zur Gewohnheit geworden sein. Doch diese Worte sind mehr als eine Förmlichkeit. Diese Worte sollen uns vielmehr an etwas erinnern: daran, warum die frohe Botschaft, die Sonntag für Sonntag gepredigt wird, uns wirklich trägt; daran, von wem die Predigt spricht; daran, warum es gerade dieser ist, der uns aus den Zwängen und Verstrickungen des Alltags herausrufen und befreien kann. Neben den Dreiklang „Vater – Sohn – Heiliger Geist“ tritt ein zweiter: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Dies ist keine Konstruktion aus dem Glasturm akademischer Dogmatik. Von dem Dreiklang „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ erzählt bereits das zweite Buch Mose im dritten Kapitel.

Philipp Schumacher: Moses vor dem brennenden Dornbusch, 1930
(Katholisches Religionsbüchlein für das Bistum Speyer, 1951)

Gegenwart

Auf dem Berg Horeb offenbart sich Gott Mose in einer Situation größter Bedrängnis: Sein Volk lebt versklavt unter ägyptischer Herrschaft, er selbst – der Unterdrückung entflohen – als Hirte im Wüstenexil. Da bricht Gott in seine und seines Volkes Gegenwart hinein – wird präsent: als mitfühlender und handelnder Gott. Er sieht das Elend und erkennt das Leiden. Schon dies ist eine heilsame Zusage: Die Mächte dieser Welt haben nicht das letzte Wort. Mögen die Israeliten auch geknechtet und in Unrecht gehalten werden – der Blick ihrer Unterdrücker auf sie ist bereits relativiert; es gibt eine Instanz, die um Elend und Leid weiß und es beim Namen nennt. Aber mehr als das: Gott weiß nicht nur um Elend und Leid, er will es auch wehren und die Israeliten in die Freiheit führen. Und hierzu bedient er sich des Mose: „ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst“.

Die Befreiungsgeschichte, die diesem Fanal folgt, kennen wir: Den Exodus. Die sagenhafte Erzählung einer solchen Befreiung müssen wir nicht versuchen, eins zu eins mit Bemühungen um historische Genauigkeit in das Hier und Jetzt zu übertragen. Ihr tieferer Sinn bewahrheitet sich uns jedoch dort, wo wir erleben, dass das Vertrauen auf Gott innerlich befreit und zu befreiendem Handeln befähigt, wie einst Mose: Er kann die Israeliten in die Freiheit führen, da er weiß, dass Gott das Leid der Israeliten sieht. Der konkreten Befreiung muss vorausgehen, dass die Perspektive der Unterdrücker relativiert wird: Das hebt Unrecht und Unterdrückung nicht auf, aber das Wissen der Unterdrückten, von Gott angesehen zu sein, nimmt den Unterdrückern das letzte Wort und eröffnet neue Perspektiven. Solche neuen Perspektiven können dazu führen, sich konkret zu befreien. Dass erleben wir im Kleinen, wenn wir uns frei machen von bedrängenden Normen und Urteilen unserer Mitmenschen. Das erleben wir aber auch im Großen, wo Menschen sich dazu befreien lassen, gesellschaftliche und politische Verhältnisse neu zu denken und für einen Wandel einzutreten.

So wird Gott auch dem Mose gegenwärtig. Doch in diesem befreienden Sinne bedeutsam und wirksam wird diese Gegenwart Gottes für ihn erst dadurch, dass sie zwischen der Vergangenheit und der Zukunft Gottes steht.

Vergangenheit

Der junge Israelit sieht das Wunder – einen brennenden, jedoch nicht verbrennenden Dornbusch –, barfuß steht er schließlich auf dem heiligen Land. Doch das Ereignis erschließt sich ihm erst, als sich sein Gegenüber in der gemeinsamen Vergangenheit mit seinem Volk zu erkennen gibt: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Er ist der Gott, der Abraham zum ‚Vater der Völker‘ machte, ihm im hohen Alter seinen Sohn Isaak schenkte und mit Jakob am Jabbok rang. So hat sich Gott in der Vergangenheit erwiesen – und im Wissen um diese Vergangenheit wird er nun von Mose erkannt, der vor ihm sein Angesicht verhüllt: „denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen“.

Diese Gottesfurch ist keine Furcht, die in Passivität drängt – Mose wird nicht starr vor Angst. Sie ist vielmehr das ehrfürchtige Vertrauen auf Macht und Größe Gottes, wie sie sich in der Geschichte gezeigt haben. Dieses Vertrauen eröffnet neue Perspektiven und Handlungsoptionen. Mose fragt: „Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?“ Und Gott antwortet: „Ich will mit dir sein.“ Gott will an seiner Seite gehen, wie er bereits an der Seite seiner Väter gegangen war. Hierauf darf Mose vertrauen und in diesem – historisch gewachsenen – Vertrauen kann Mose zu den Israeliten gehen. Und wenn er zu ihnen spricht, kann er wiederum an ebendieses Vertrauen appellieren: „Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!“

Der Glaube bedarf der historischen Vergewisserung, des vorausliegenden Glaubenszeugnisses. Das ist bei uns nicht anders als bei den Israeliten vor tausenden von Jahren. Solche Zeugnisse finden wir in der Bibel, jedoch auch in der Geschichte unserer Kirche: Martin Luthers „Hier stehe ich“ ist ein solches Freiheitszeugnis. Neben dieses treten im 20. Jahrhundert etwa die Zeugnisse bekennender Christen unter totalitärer Herrschaft in Europa. Nicht umsonst prägten gerade Christen die Bürgerrechtsbewegung der Wendejahre im Ostblock, deren 30. Wiederkehr wir dieser Tage gedenken.

Auch heute gibt es Menschen, die sich in Europa – vor allem im östlichen Europa – aus einem befreienden Glauben heraus für politischen und gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Im vergangenen Herbst erzählte mir der griechisch-katholische Weihbischof von Kiew, Bohdan Dzyurakh, wie sich seine Kirche im Dezember 2013 an die Seite der proeuropäischen Demokratiebewegung stellte und er selbst mit anderen Geistlichen unter Scharfschützenfeuer den Menschen auf dem Maidan beistand. Auf die letzten Jahre zurückblickend, entwarf er das Bild einer Kirche, die sich durch die Botschaft ihrer Verkündung befreit sieht und aus diesem Bewusstsein heraus politisch und gesellschaftlich tätig wird:

„Kirche wird immer ‚mater et magistra‘ genannt, und wenn die Kirche nicht nur Lehrerin, sondern auch Mutter sein möchte, dann kann sie sich nicht vom Leid der Menschen zurückziehen, wo sie in ihrer Würde erniedrigt, verfolgt und ihrer Rechte beraubt werden. […] Wir betrachten uns nicht als diejenigen, die den Machthabern dienen, sondern wir wollen dem Volk, den Menschen dienen – und genauso sehen wir die Berufung der Politiker. Wenn die Politiker aber von dieser Berufung abweichen, wenn sie versuchen, die Leute zu unterdrücken und auszubeuten, dann muss die Kirche die Stimme der Unterdrückten werden.“

Solche Worte regen an, zu fragen, wo der Glaube uns selbst innerlich befreit und zum Handeln drängt – oder wir uns vielmehr von ihm befreien lassen und uns nicht dieser Befreiung versperren sollten.

Zukunft

Doch das Wissen um die Geschichtsmächtigkeit Gottes allein wird uns nicht genügen, um uns von Gott befreien zu lassen, so wie es auch Mose und den Israeliten nicht genügt hat. Hierauf zielt Moses Frage, was er denn den Israeliten sagen solle, wenn diese fragten: „Wie ist sein Name?“ – „Mose erwartet vom Volk die Frage nach Sinn und Wesen eines von den Vätern her bekannten Namens.“ So hat es Martin Buber formuliert. Seine Frage zielt also auf eine Eigenschaft Gottes, die diesen gegenüber seinem Volk ausweist und Vertrauen stiftet.

Dies ist eine große Frage, auf die der Gefragte eine erstaunlich kurze Antwort gibt: „Ich werde sein“. Was soll dies nun über Gott sagen? Fehlt doch gerade jegliches Prädikat für Gott: Was wird er sein? Liebevoll, zornig, mächtig, allwissend, richtend, rechtend? Jedoch: Diese kürzeste aller denkbaren Antworten ist zugleich die eigentlich größte und umfassendste Antwort: Gott lässt sich nicht auf eine Eigenschaft festlegen. Aber mehr noch: Die Antwort hätte ja auch lauten können: „Ich bin.“ Indem Gott jedoch antwortet „Ich werde sein“, greift er über Vergangenheit und Gegenwart hinaus: Er erweist seine Hoheit über die Zukunft.

Eben hierin unterscheidet er sich von jedem Geschöpf und jeder irdischen Macht: Denn es mag mehr oder weniger einfach sein, eine Aussage über sich selbst zu treffen vor dem Hintergrund der eigenen Vergangenheit und Gegenwart. Doch spätestens, wenn ich versuche, eine Aussage über mich in der Zukunft zu treffen, werde ich meiner Bedingtheit durch Umstände und Entwicklungen gewahr, die nicht in meiner Hand liegen. Frühere Generationen haben diese Erfahrung, dass die eigene Zukunft letztlich unberechenbar ist, in die Worte gefasst: „So Gott will und wir leben“. Eben, so Gott will – und nicht wir. „Ich werde sein“ – dies heißt für die Israeliten zugleich: ‚Ich werde für Euch da sein.‘ – Was auch immer passiert. Dieser Zusage bedarf es, um auf Gott zu vertrauen. Dass Gott war und an ihrer Seite war, wussten die Israeliten aus ihrer Geschichte.

Dass Gott sein wird und an ihrer Seite sein wird, dessen können sie sich nicht selbst versichern. Aber Gott spricht es ihnen zu, so wie er es auch uns heute zuspricht. Und so, wie die Israeliten diesen Zuspruch bejahen konnten, sind auch wir eingeladen, ihn zu bejahen – im Vertrauen auf den, „der da ist und der da war und der da kommt“.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Morgenandacht am 2. Sonntag nach Trinitatis, 30. Juni 2019, in Marienbad im Rahmen der Marienbader Gespräche des Sudetendeutschen Rates.

Zwischen Revolution und Reflexion

Ein Aufsatzband der Rosa-Luxemburg-Stiftung erschließt das „gemeinsame Erbe von Christen und Marx“

Von Tilman Asmus Fischer

2018 wurde auf unterschiedliche Weise anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx das Verhältnis von Christentum und Marxismus beleuchtet. Einen Beitrag aus dem Umfeld der politischen Linken – namentlich der Rosa-Luxemburg-Stiftung – haben die beiden Theologen Michael Ramminger und Franz Segbers mit einem Sammelband vorgelegt, der den programmatischen Titel trägt: „‚Alle Verhältnisse umzuwerfen… und die Mächtigen vom Thron zu Stürzen.‘ Das gemeinsame Erbe von Christen und Marx“.

Diesem ‚gemeinsamen Erbe‘ wird – nach einer Einführung durch die Herausgeber und den Theologen Kuno Füssel – auf dreifache Weise nachgespürt: Zuerst in einem schlaglichtartigen Rückblick auf das wechselvolle Verhältnis von Kirche und marxistischer Bewegung; dann vermittels Beiträgen zu unterschiedlichen Fragen des gegenwärtigen Diskurses, die sich zwischen Religionsphilosophie, Exegese und Sozialethik bewegen. Abschließend werden exemplarische Formationen der christlichen Marxismus-Rezeption auf den Philippinen sowie in Nord- und Südamerika erörtert. Dabei wird freilich deutlich, dass es sich bei einer ‚christlich-marxistischen‘ Symbiose – wie sie die den Autoren vor Augen stehen mag – eher um ein Zweckbündnis handelt, das gewiss nicht fundamentale Differenzen in Welt- und Menschenbild zu überwinden vermag (und in das sich zu fügen wohl auch nicht jeder Christ willens sein wird).

Den zentralen Ertrag bringt der zweite Hauptabschnitt des Sammelbandes hervor. Wenn die einzelnen Verfasser auch aus unterschiedlichen Disziplinen kommend ihre je individuelle Perspektive fruchtbar machen, lassen sich doch einige grundsätzliche Fragen und Aspekte benennen, die sich als roter Faden durch das Buch ziehen und zum fortgesetzten Nachdenken – und Diskutieren – anregen: Dies gilt vor allem für die Spannung zwischen (politischer) Ethik und christlicher Eschatologie. Denn während es den Autoren gelingt, aus der christlichen Tradition plausibel politische Imperative mit Blick auf gegenwärtige soziale, ökologische und ökonomische Missstände abzuleiten, bedürften die Ambivalenzen menschlicher Selbsterlösungshoffnungen einer tiefergehenden Reflexion als dieser Sammelband liefert.

Demgegenüber wird die marxistische Kritik am Fetischcharakter der Ware aus unterschiedlichen Perspektiven eingehend analysiert und zudem immer wieder ihre Anschlussfähigkeit an theologische Diskurse – vor allem ausgehend von der alttestamentlichen Idolatriekritik – erörtert (z. B. Michael Ramminger: Götzen, Fetische und das Jenseits des Kapitalismus). Mithin erscheint es lohnend, das theologische Nachdenken über den ungebändigten Kapitalismus als lebensfeindliche „Marktreligion“ (so dann auch im Titel des entsprechenden Aufsatzes von Franz Hinkelammert) weiter zu vertiefen; und dies nicht nur, weil es im Trend des gegenwärtigen Pontifikates liegt. Vielmehr eröffnet diese Perspektive entscheidende Einsichten in die Gebrechen und die Erlösungsbedürftigkeit einer vom Materialismus geprägten Gesellschaft. Dass solche Sozialkritik freilich nicht zwingend einen marxistischen Standpunktes voraussetzt, zeigen im Übrigen die wissenschaftlichen Würdigungen der Befreiungstheologie durch Gerhard Ludwig Kardinal Müller, die der Sammelband freilich nicht entsprechend rezipiert. Dies ist umso bedauerlicher, als eine Auseinandersetzung mit Müllers Überlegungen einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hätte, in einem stärkeren Maße auch die Spannungen zu bedenken, die zwischen christlichen und marxistischen Vorstellungen einer Weltveränderung bestehen.

Die entscheidendere Schwachstelle des Sammelbandes liegt jedoch bei den zeitgeschichtlichen Beiträgen im ersten Teil des Buches. Es wäre an dieser Stelle eigentlich auch ein Aufsatz zum historischen Schicksal verfolgter Christen im realexistierenden Sozialismus zu erwarten gewesen. Jedoch finden sich als originärer Beitrag für den Sammelband hingegen „Politisch-biografische Anmerkungen einer ehemaligen Pfarrerin in der DDR“ – aus der Feder von Ilsegret Fink, die nicht unbedingt zum systemkritischen Spektrum evangelischer Theologen in der DDR zu zählen ist. Ergänzt werden ihre Ausführungen lediglich durch den gekürzten Nachdruck eines Textes des bereits 2009 verstorbenen Ost-CDU-Funktionärs Günter Wirth (Marxismus, Glauben und Religion in der DDR).

Die Stärken des historischen Rückblicks liegen hingegen in den kirchen- und theologiegeschichtlichen Beiträgen zum 19. und 20. Jahrhundert – vor allem von Franz Segbers, Julia Lis und Hermann-Josef Große Kracht. Segbers (Das Kommunistische Manifest und die Denkschrift der Inneren Mission) und Lis (ChristInnen und SozialistInnen – Gegner oder Bündnispartner? Sozialpolitik und Arbeiterbewegung bei Kolping und Ketteler) geben exemplarisch Einblick in sozialdiakonische Ansätze der katholischen wie evangelischen Kirche des 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen unpolitischer Wohlfahrt und Solidarisierung mit der Arbeiterbewegung. Große Kracht („… auf den Schultern von Karl Marx“) spürt sodann den unterschiedlichen Phasen der Marx-Rezeption im Werk des Jahrhunderttheologen und Sozialethikers Oswald von Nell-Breuning SJ nach.

Neuerlich spannt der letzte Abschnitt einen historischen Bogen auf – diesmal vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Neben zwei grundsätzlicheren Beiträgen zu Marxismus und Befreiungstheologie in Lateinamerika von Michael Löwy (Der Marxismus der Theologie der Befreiung) und Nancy Cardoso (Weder Abschrift noch Kopie: Nicht eine weniger. Marxismen in Lateinamerika) geben die Aufsätze von Franz Segbers und Jörg Rieger Einblicke in zwei weniger bekannte Konstellationen einer christlich-marxistischen Symbiose: Während sich Segbers mit der Geschichte der von Rom losgesagten Iglesia Filipina Independiente befasst, zeichnet Rieger die lange Tradition der – zwischenzeitlich in den Hintergrund getretenen – christlichen Linken bzw. des linken Christentums in den USA nach.

Michael Ramminger u. Franz Segbers (Hrsg.): „Alle Verhältnisse umzuwerfen… und die Mächtigen vom Thron zu stürzen.“ Das gemeinsame Erbe von Christen und Marx, VSA: Verlag, Hamburg 2018, 248 Seiten, 16,80 Euro, ISBN 978-3-89965-790-6.

In ähnlicher Form erschienen am 13. Juni 2019 in der Zeitung „Die Tagespost“ (www.die-tagespost.de).