Vom Wagnis der Begegnung

Seit dem Regierungsantritt der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ in Warschau sind die deutsch-polnischen Beziehungen zusehends belastet. Justus Werdin, seit November 2016 Pfarrer der EKBO für grenzüberschreitende Ökumene im Berliner Missionswerk (BMW), spricht im Interview mit Tilman Asmus Fischer über die Aufgaben des kirchlichen Dialogs in der gegenwärtigen Situation.

Herr Werdin, welche Bedeutung kommt – gerade heute – der „grenzüberschreitenden Ökumene“ zwischen Deutschland und Polen zu, für die Sie im Berliner Missionswerk zuständig sind?

Das ist in der Funktionsbeschreibung bereits angelegt: Grenzen überschreiten, wo sie sich auftun – das Wagnis eingehen, sich mit nichts anderem als dem vertrauensvollen Wort begegnen zu wollen. Meine Aufgabe ist es, Menschen verschiedenster Herkunft und Frömmigkeitspraxis zusammenzubringen, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und sich zu achten.

Mit welchen konkreten Projekten und Formaten gelingt das?

Am 26. Juni wird erstmals ein deutsch-polnischer ökumenischer Konvent in Frankfurt (Oder) zusammentreten als ein Begegnungs- und Gesprächsformat im Grenzraum, der – wenn es gut funktioniert – immer erweiterungsfähig ist. Am selben Tag werden die Pilger vom deutsch-polnischen ökumenischen Pilgerweg Magdeburg-Gnesen, nunmehr im 15. Jahr, in Frankfurt eintreffen. Gemeinsam mit den Teilnehmern des Konvents werden sie das Mittagsgebet halten.

Was können deutsche Protestanten und polnische Katholiken bei solchen Begegnungen voneinander lernen?

In Deutschland sehe ich das Risiko, dass man sich etwas in den Dingen der gesellschaftlichen Diakonie verliert. Ebenso ist es in der katholischen Kirche in Polen ein Risiko, sich in der Pflege überlieferter Traditionen zu verlieren. Wir Initiatoren des Pilgerweg-Projekts wissen: Allein die Tradition zu pflegen, ist nicht die Antwort auf die Anforderungen. Man muss sich miteinander um adäquaten Glaubensausdruck bemühen für die Erfordernisse der Zeit. Wir müssen den Leuten nicht sagen, wie sie leben sollen – wir haben uns zu befähigen, zu wissen, was wir tun. Aber das muss jeder selber herausfinden – der Glaube ist kein Programm, sondern eine Ermutigung und Befähigung.

Ein wichtiges sozialdiakonisches Thema ist die Flüchtlingsproblematik, bei der Berlin und Warschau im Konflikt liegen. Wie steht die katholische Kirche in Polen hierzu?

Unsere Geschwister sind auch nicht blind oder taub. Sie tun, was sie können, aber das bekommt man in Deutschland leider kaum mit: In der Woiwodschaft Schlesien haben die evangelische und die katholische Kirche eine gemeinsame ökumenische Sammelaktion für die verfolgten Christen in Syrien durchgeführt. Und bei der Festmesse zum 600-jährigen Bestehen des Primas-Amtes in Polen war die Kollekte für das christliche Krankenhaus in Aleppo bestimmt.

Wie gestalten sich neben den Kontakten zur katholischen Mehrheitskirche in Polen das Verhältnis zur evangelisch-augsburgischen Minderheitenkirche?

Zweimal im Jahr führen wir Partnerschafts-Begegnungen mit der Diözese Breslau durch – man begegnet sich, man bewirtet sich, erzählt, tauscht Informationen aus. Darüber hinaus erfolgen Einladungen zu Veranstaltungen der jeweiligen Partner. Zum deutsch-polnischen Konvent wird auch der lutherische Bischof von Breslau, Waldemar Pytel, kommen. Er war es auch, der mir bei meiner Amtseinführung ins Stammbuch geschrieben hat, ich hätte auch einen Dienst an der Ökumene in Polen. Hierzu braucht es verlässliche Begegnungsformate, sonst besteht die Gefahr, nur nebeneinander her zu leben – und das dürfen wir uns als Christen nicht mehr erlauben.

Erschienen in: Die Kirche – Evangelische Wochenzeitung 26/2017.

Finger in der Wunde

Die Autoren Andreas Kitschke und Matthias Grünzig nehmen die Geschichte der Garnisonkirche in den Blick

Von Tilman Asmus Fischer

Es mag zu den positiven Effekten intensiver geschichtspolitischer Auseinandersetzungen gehören, dass sie zu gleichfalls intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit den zugrundeliegenden historischen Gegenständen anregen. In diesem Sinne dürfen die Erträge der Bauforschung zur Potsdamer Garnisonkirche zu verstehen sein, die der Denkmalpfleger Andreas Kitschke und der Fachjournalist für städtebauliche Fragen, Matthias Grünzig, kürzlich veröffentlicht haben.

Bereits die Titel der Bücher verdeutlichen die jeweiligen Perspektiven und Positionsbestimmungen der beiden Wissenschaftler. „Die Garnisonkirche Potsdam. Krone der Stadt und Schauplatz der Geschichte“ – hier spannt Kitschke den großen Bogen der Baugeschichte und präsentiert die kunsthistorische und geschichtliche Bedeutung der Kirche im Durchgang durch die Jahrhunderte. Damit dokumentiert er nicht nur den Beitrag der Garnisonkirche zur historischen Identität Potsdams, sondern trägt seinerseits zugleich zur Sinnstiftung des Wiederaufbaus bei.

„Für Deutschland und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert“ – durch diese epochale Eingrenzung legt Grünzig den Finger in die Wunde. Das 20. Jahrhundert mit der politischen Instrumentalisierung der Kirche in Weimarer Republik und „Drittem Reich“ auf der einen Seite und partieller Wiederherstellung und Abriss in der Zeit der DDR auf der anderen Seite stellt den empfindlichen Punkt in den laufenden Debatten dar.

Der umfassendere Ansatz Kitschkes wählt unterschiedliche Zugänge zum Gebäude: Zunächst erschließt er die Garnisonkirche als ein Denkmal der Potsdamer Stadt- und Städtebaugeschichte. Den historischen Kontext der Kirche vertieft er, indem er sie in den Zusammenhang der für die Potsdamer Garnison errichteten Kirchenbauten einordnet. Eine grundsätzliche Abhandlung unter Gesichtspunkten der Architekturgeschichte und der historischen Ausstattung der Kirche untermauert ihre kunst- und kulturhistorische Bedeutung. Ergänzt wird sie durch zwei ausführliche Übersichten über historische Ereignisse, die sich mit der Garnisonkirche verbinden, und konservatorische Maßnahmen sowie Umgestaltungen im Laufe der Jahrhunderte.

Dem Ansatz des Verfassers entsprechend erfasst Grünzigs „Für Deutschland und Vaterland“ nicht die Breite an Bedeutungszuschreibungen, die der Garnisonkirche zukommen. Dafür wird die Auseinandersetzung mit den belastenden Aspekten der Geschichte der Garnisonkirche vertieft: Dass die nationalistische Instrumentalisierung der Garnisonkirche bereits vor 1933 ansetzt, verdeutlicht die Darstellung zur Garnisonkirche in der Weimarer Republik. Seiner historischen Bedeutung entsprechend widmet Grünzig dem „Tag von Potsdam“ eine eingehende Analyse, um anschließend die Verstetigung der nationalsozialistischen Vereinnahmung der Kirche bis 1945 zu beschreiben. Das abschließende Kapitel zur Nachkriegszeit beleuchtet unterschiedliche Entwicklungen in Kirche, Politik und Gesellschaft, die dem Abriss vorausgingen.

Letztlich sind es nicht nur geschichtspolitische Konflikte, welche die historische Forschung befördern, sondern deren Früchte wirken ihrerseits auf den erinnerungspolitischen Diskurs zurück. So bringt sich Andreas Kitschke aufgrund seiner Arbeiten immer wieder in die Debatte um den Wiederaufbau der Garnisonkirche ein und widerspricht der Verengung ihrer Geschichte auf die Zeit des Nationalsozialismus. Und Matthias Grünzigs Veröffentlichung veranlasste unlängst Manfred Stolpe zur Intervention: Gegenüber den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ betonte er, die Behauptung, dass „die Garnisonkirche beim Wiederaufbau zerstörter Kirchengebäude keine Priorität genossen habe, entspreche ‚nur der halben Wahrheit‘“.

Andreas Kitschke: Die Garnisonkirche Potsdam. Krone der Stadt und Schauplatz der Geschichte. 400 Seiten, 372 Abb., gebunden. Be.bra, Berlin 2015, 28 Euro.
Matthias Grünzig: Für Deutschtum und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert. 383 Seiten, 24 Euro.

In ähnlicher Form erschienen in: Die Kirche – Evangelische Wochenzeitung 19/2017.

Ein Ort der Freiheit

Berlin erinnert sich an das historische Sprachenkonvikt

Von Tilman Asmus Fischer

30 Jahre – vom Mauerbau bis zur Fusion mit der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität und der Kirchlichen Hochschule Zehlendorf – war die Borsigstraße 5 in Berlin Mitte Sitz der unabhängigen kirchlichen Hochschule der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg in ihrer Ost-Region: des Sprachenkonvikts. Seit dem 23. April 2017 erinnert vor dem historischen Gebäudekomplex – welcher der Landeskirche heute als Studentenwohnheim dient – eine Gedenkstele an die historische Bedeutung dieses Ortes.

Wolf Krötke, Vorsitzender des Fördervereins Konvikt Borsigstraße 5, und Markus Meckel vor der Gedenkstele.

Zur feierlichen Enthüllung der Stele hatten sich Vertreter aus Kirche, Politik und Universität eingefunden. Unter den Ehrengästen war auch Markus Meckel, in den 1970erjahren Student am Sprachenkonvikt, Mitbegründer der Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP), 1990 Außenminister der DDR und 1990 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags. Das Konvikt bezeichnet Meckel als einen „zentralen Ort“ seines Lebensweges, da er unter dem Dach der Kirche einen „offenen, freien Diskurs“ ermöglicht habe – „etwas besonderes in der DDR“ fügt er hinzu. Ein solcher Freiraum sei das Konvikt auch durch die Persönlichkeiten geworden, die ihn prägten – so den Neutestamentler Christoph Demke oder den Dogmatiker Wolf Krötke, der im Rahmen der Feierstunde am 23. April einen Vortrag über „Erinnerungen an das ‚Sprachenkonvikt’ – Perspektiven für die Zukunft“ hielt. Aber auch durch den Lehrbeauftragten für Philosophie Jörg Milbradt und den Philosophiedozenten Richard Schröder.

Ermöglicht wurde die Errichtung der Stele aufgrund der Finanzierung durch den Förderverein des Konvikts und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Als Erinnerungsort reiht sich das Konvikt ein in die „Revolutionsorte“, welche die Robert Havemann Gesellschaft bereits mit entsprechenden Stelen markiert und gewürdigt hat. Damit trägt sie der Berliner ‚Gedächtnislandschaft’ Rechnung: Anders als in Prag mit seinem Wenzelplatz „gibt es in Berlin nicht den einen zentralen Ort“, der an den politischen Umbruch erinnert, betont Markus Meckel, der dem Stiftungsrat der Bundesstiftung vorsteht.

Welche Bedeutung dem Sprachenkonvikt als dezentralem Erinnerungsort der Bürgerrechtbewegung zukommt, weiß Meckel aus eigener Erfahrung: So verabschiedete die SDP, deren zweiter Sprecher er wurde, am 3. Dezember 1989 dort ihre erste Erklärung zur Deutschen Einheit. Im Rahmen einer Tagung des kirchlichen „Arbeitskreises Theologie und Philosophie“ im zu dem Gebäudekomplex gehörenden Gemeindesaal der Golgatha-Gemeinde hatte Markus Meckel im August 1989 bereits erstmals den Aufruf zur Gründung der SDP öffentlich gemacht. Auf der Dachterrasse des Konviktes gab die Initiativgruppe um Meckel und Martin Gutzeit noch vor der Gründung der Partei westlichen Journalisten ein Interview. Gutzeit war damals Assistent des Philosophiedozenten Richard Schröder. Auch andere am Sprachenkonvikt beteiligten sich am „Gründungsfieber der Opposition“ dieser Wochen: Steffen Reiche und Konrad Elmer etwa, sowie Wolfgang Ullmann, Dozent der Kirchengeschichte, der zum Initiatorenkreis der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ gehörte.

Das Konvikt, betont Markus Meckel, ist jedoch nicht nur ein Erinnerungsort der Friedlichen Revolution, sondern vor allem auch des kirchlichen Lebens in der DDR: „Vielen Menschen ist heute die Bedeutung der Freiheit kirchlicher Ausbildung der DDR nicht mehr bewusst.“ Die sowjetische Besatzungsmacht hatte nach dem Krieg – vor dem Hintergrund der „Bekennenden Kirche“ in der NS-Zeit – diese Ausbildungsstätten anerkannt und genehmigt. Heute sei das Bewusstsein für die Geschichte der Kirchen in DDR „in der EKD kaum noch präsent und deren Tradition nicht mehr gegenwärtig“, bedauert Meckel.

Wird sich hieran etwas ändern? „Dazu wird eine solche Stele nicht reichen“, meint Markus Meckel. Jedoch hofft er, dass sie zusammen mit vergleichbaren Initiativen dazu beiträgt, dieses spezifische historische Erbe zu bewahren.

In ähnlicher Form erschienen in: Die Kirche- Evangelische Wochenzeitung 18/2017.

Rede von Prof. Dr. Wolf Krötke: „Erinnerungen an das ‚Sprachenkonvikt’ – Perspektiven für die Zukunft“

Ohne Ablaufdatum

Staatsleistungen – eine bleibende Herausforderung der Kirchenpolitik

Von Cornelius Wiesner und Tilman A. Fischer

Jahr für Jahr überweisen die Bundesländer einen Betrag von rund 500 Millionen Euro an die beiden Amtskirchen: Staatsleistungen, denen bei flüchtigem Blick keine erkennbare Gegenleistung zugrunde liegt. Immer wieder wird gefragt, ob das ewig so bleiben soll.

(Foto: Cezary Piwowarski)

Zuletzt strebte die Partei Die Linke im Haushaltsausschuss des Bundestags die Einsetzung einer Expertenkommission beim Bundesfinanzministerium an. Die Kommission hätte die Zahlungen überprüfen und Vorschläge unterbreiten sollen, „welche Konsequenzen der Gesetzgeber in Hinblick auf den zukünftigen Umgang mit der Zahlung von Staatsleistungen aus der Evaluierung ziehen sollte“. Union und SPD stimmten im März gegen den Antrag, die Grünen enthielten sich. Wo genau liegt das Problem?

Vor 200 Jahren wurde jedes kirchliche Amt im heutigen Deutschland durch Landwirtschaft finanziert. Auf nahezu jedem Flecken kirchlichen Landes ruhten Versorgungslasten – Gelder oder Naturalien. Damit Napoleon linksrheinische deutsche Fürstentümer annektieren konnte, wurden diese 1803 kurzerhand mit kirchlichem Land entschädigt. Hierzu wurden vor allem kirchliche Herrschaften ihrer Titel und ihres Eigentums entkleidet und damit auch die Finanzierung der kirchlichen Ämter gekappt. Im Gegenzug wurden die mit dem neuen Land bedachten Herrschaften verpflichtet, weitgehend die Versorgungslasten zu übernehmen. Die heutigen Bundesländer gehen auf diese Herrschaften zurück und behielten die Pflicht zu diesen Staatsleistungen.

Die Verpflichtungen sind über die Jahrhunderte einvernehmlich neu geregelt worden, etwa durch Staatskirchenverträge. Seit 1919 besteht eine verfassungsrechtliche Pflicht, diese Leistungen „abzulösen“, nämlich mit der einmaligen vielfachen Leistung einer Jahreszahlung. Der Bund müsste allgemeine Regeln aufstellen, die Länder dann entsprechende Gesetze erlassen. Nach welchen Prinzipien der Bund solche Grundsätze aufstellen soll, verrät die Verfassung nicht. Der Bund müsste jedenfalls einen ganzen Strauß von Rücksichtnahmen und Freundschaftsregelungen beachten. Auch müsste eine Regelung gefunden werden, welche die Länder überhaupt finanzieren können.

So wäre es „angesichts der Schuldenbremse für viele Bundesländer sehr schwierig, eine komplette Ablösung zu finanzieren“, erläutert Kerstin Griese, Beauftragte der SPD-Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Daher könne „der Bund hier nicht mit einer Rahmengesetzgebung voranpreschen“, meint Griese, solange die Länder nicht signalisierten, „die auf die Landeshaushalte zukommenden Folgen tragen zu wollen“.

Ohne Grundsatzgesetz des Bundes können die Länder indes nicht aktiv werden. Auch die genaue Höhe der Verluste, die die Kirchen 1803 zu erleiden hatten und nach denen die Ablösung zu bemessen wäre, ist umstritten. So bleibt der Verfassungsauftrag seit 98 Jahren uneingelöst. Dabei hat es „sowohl auf kommunaler als auch auf staatlicher Ebene bereits vereinzelte ,Ablösevorgänge‘ gegeben, zum Beispiel in Hessen die Rahmenvereinbarung zur Ablösung kommunaler Kirchenbaulasten“, erklärt Franz Josef Jung, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der Unionsfraktion. Für ihn ist klar: „Ist die Motivation in den Bundesländern vorhanden, können die teilweise sehr komplexen und unterschiedlichen Vereinbarungen hinsichtlich der Staatsleistungen abgelöst werden – diese Motivation sehe ich aktuell bei den Ländern in der Fläche nicht.“

Inzwischen mehren sich Stimmen, die laut danach fragen, ob mit den seit über 200 Jahren andauernden Leistungen die alte Verpflichtung nicht inzwischen erfüllt ist und der Ablöseauftrag damit obsolet geworden ist – eine Frage, die auch im Antrag der Linken anklingt.

Einer geordneten Ablösung der Staatsleistungen gemäß dem Verfassungsauftrag ist für die EKD denkbar. Heidrun Schnell, Leiterin der Finanzabteilung, erklärt: „Wir stehen dem offen gegenüber und haben wiederholt signalisiert, dass wir zu Verhandlungen bereit sind, bei denen die Interessen der Kirchen angemessen berücksichtigt werden.“

Trotz Vorbehalten gegen den Antrag der Linken fordert auch der Sprecher für Religionspolitik der Grünen-Fraktion Volker Beck eine „Expertenkommission, die die Modalitäten eines Ablösungsgrundsätzegesetzes formuliert“: „Die Umsetzung des Verfassungsauftrages würde mehr Transparenz schaffen und die Chance zur Befriedung einer Debatte bringen, die teilweise erbittert geführt wird und das gesellschaftliche Klima für die Kirchen vergiftet.“

Fortgesetzt wird die Debatte in jedem Fall. „Die Linke wird das Thema weiter auf die Tagesordnung setzen“, kündigt Christine Buchholz, religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion, an: „Spätestens 2019, wenn der Verfassungsauftrag, die Staatsleistungen abzulösen, 100 Jahre alt wird, sollte endlich eine Regelung gefunden sein.

In ähnlicher Form erschienen in: Die Kirche – Evangelische Wochenzeitung 18/2017.

Wer spricht heute noch von Friedensethik?

Ein neues Standardwerk ist erschienen – und die Friedensethik sucht ihren Standort

Von Tilman Asmus Fischer

Es sei ein „bemerkenswertes Zeichen unserer Zeit, dass wir über Frieden nicht mehr sprechen“. So charakterisierte Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, auf der Tagung der Evangelischen Akademie „Friedensethik – politisch auf verlorenem Posten?“ am 27. März in Berlin den öffentlichen Diskurs. Ziel aktueller Konfliktbewältigung sei ein Waffenstillstand, höchstens Sicherheit. Gewalt und Konflikte seien das Dauerthema. Wer aber, fragte der Bundestagsabgeordnete, „spricht heute noch von Friedensethik“?

In eine sich derart gestaltende Debatte im öffentlichen Raum hinein ist nun das „Handbuch Friedensethik“ erschienen, dessen Vorstellung den Anlass für die Akademie-Tagung im Haus der EKD bot. Herausgegeben von der Sozialwissenschaftlerin Ines-Jacqueline Werkner und dem katholischen Sozialethiker Klaus Ebeling, stellt es ein interdisziplinär angelegtes Standardwerk dar. Seine Autoren klären zunächst friedensethische Grundbegriffe und skizzieren unterschiedliche friedensethische Diskurse – über den abendländischen Kulturraum hinaus –, um sodann aktuelle Kontroversen und Entwicklungen eingehend zu analysieren und schließlich die Friedens- und Konfliktforschung selbst zu reflektieren.

Podiumsdiskussion mit Friedhelm Hengsbach, Norbert Röttgen, Klaus Ebeling, Ines-Jacqueline Werkner, Thorsten Bonacker, Fernando Enns
(Foto: Evangelische Akademie zu Berlin)

Die unterschiedlichen Positionen, die sich im Spannungsfeld von Friedensethik, Friedenspolitik und Friedensforschung begegnen und mit denen sich das Handbuch auseinandersetzt, traten bereits in den Statements und der Podiumsdiskussion der Tagung zutage.

Das wenige Tage zuvor begangene Jubiläum der Römischen Verträge nahm Friedhelm Hengsbach, jesuitischer Sozialwissenschaftler und emeritierter Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main, eingangs zum Anlass, kritisch den verbreiteten „Jubel über 60 Jahre Frieden in Europa“ zu hinterfragen. Hierfür müsse man angesichts der spürbaren neuen Kriege und Kampfhandlungen an den Grenzen der Staatengemeinschaft „schon ein Auge zudrücken“.

Wie jedoch mit den aktuellen Konflikten umgehen? Thorsten Bonacker, Professor am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg, markierte drei friedensethische Prinzipien, die Antworten auf Fragen außenpolitischen Handelns eröffneten: Frieden, der Kooperation und Vertrauen voraussetze – Gerechtigkeit, die der Minderung von Asymmetrien bedürfe – und Sicherheit, die Prävention von Konflikten fordere.

Inhaltliche Reibung bestand am stärksten zwischen Norbert Röttgen und Fernando Enns, Professor an der Universität Hamburg und Leiter der dortigen Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“. Röttgen kritisierte die oft behauptete Dichotomie von Friedensethik und Realpolitik als Verengung. Er differenzierte jedoch: Friedensethik sei intellektuell edel, funktioniert in der Realität in seiner Reinform aber nicht. Auf der anderen Seite hielt Enns ein flammendes Plädoyer für gewaltfreies Engagement: Dieses müsse die Menschen in den Konfliktgebieten hören, eigenes Machtkalkül zurückstellen, auf gewachsenen Beziehungen vor Ort aufbauen, die Zivilgesellschaft einbinden und Waffen verbannen. Hingegen stünden einseitiges Parteiergreifen und die Unglaubwürdigkeit von Parteien, die von außen befrieden wollten, einem solchen Ansatz der Konfliktprävention entgegen.

Die Podiumsdiskussion offenbarte auf der einen Seite die Notwendigkeit, die Norm der Gewaltfreiheit zu stärken – gerade auch ausgehend von der Reflexion über zurückliegende Konflikte: „Wenn der letzte Schuss gefallen ist, denken wir nicht mehr über die Vorgeschichte nach“, gab Bonacker zu bedenken. Auf der anderen Seite wurde jedoch anhand des Beispiels Syrien auch die Brüchigkeit der Einhaltung dieser Norm in realen Konfliktlagen deutlich: „Alle Erfahrung sagt“, so Röttgen, „wenn wir die Gewaltanwendung des IS nicht mit Gewalt eindämmen, wird es zu mehr Toten kommen.“

Ines-Jacqueline Werkner und Klaus Ebeling (Hrsg.): Handbuch Friedensethik, Springer VS, Heidelberg 2017, 979 Seiten, 79,99 Euro

In ähnlicher Form erschienen in: Die Kirche – Evangelische Wochenzeitung 15/2017.

Gemeinsame Orientierung

Die EU begeht am 25. März ihr 60. Jubiläum. Was tragen Kirchen zur EU-Politik und Zukunft Europas bei?

Von Tilman Asmus Fischer

Die Zukunft der Europäischen Union (EU) ist gegenwärtig in aller Munde. Dabei nehmen auch die europäischen Kirchen regen Anteil an den aktuellen politischen Debatten. Hiervon zeugte nicht zuletzt die auf der Marburger Tagung 2016 verabschiedete Kundgebung der EKD-Synode „So wirst du leben (Lukas 10, 28). Europa in Solidarität – Evangelische Impulse“. Schon seit längerem haben die Kirchen eigene Strukturen entwickelt, die sie bei der EU vertreten, um so ihre Stimme in den europapolitischen Diskurs einzubringen.

Das Europäische Parlament in Straßburg
(Foto: Diliff)

So sind nicht nur die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) in Brüssel vertreten, sondern vielmehr auch einzelne Kirchen und Kirchenbünde. Hinzu kommen Institutionen wie der Weltkirchenrat und die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, die gleichfalls kirchliche Positionen in den Diskurs einbringen. In besonderer Weise und mit großer Resonanz gelingt dies immer wieder dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Die EKD ist in Brüssel durch eine eigene Dienststelle des Bevollmächtigen des Rates vertreten. Ihre Leiterin, Oberkirchenrätin Katrin Hatzinger, betont gegenüber dieser Zeitung die Vielfalt der für die EKD relevanten Politikfelder: „Die Brüsseler EKD-Vertretung beschäftigt sich etwa mit der Positionierung zum Vorschlag der EU-Kommission, einen Europäischen Solidaritätscorps einzurichten, mit der Arbeit in der European Sunday Alliance für den arbeitsfreien Sonntag, Eingaben an das Europäische Parlament zur Reform des Emissionshandelssystems und Konsultationsbeiträgen zur Halbzeitevaluierung von EU-Förderprogrammen, die für Kirche und Diakonie relevant sind. Daneben befasst sie sich derzeit intensiv mit der Reform des europäischen Asylrechts.“ Dabei bringt sich die EKD gemeinsam mit ökumenischen Partnern im Sinne von „Schutz und Aufnahme von Flüchtlingen“ und „sicherer und legaler Wege für Schutzsuchenden nach Europa“, so Hatzinger, mit Stellungnahmen in das Gesetzgebungsverfahren ein.

Die Fragen der Flüchtlingspolitik werden nicht nur zwischen Kirchen und Politik, sondern zugleich auch zwischen den Kirchen kontrovers diskutiert. Frank-Dieter Fischbach, Referent der KEK in Brüssel und Vertreter der GEKE, berichtet, dass es hier wie in vielen anderen Fragen innerhalb der GEKE „durchaus eine gemeinsame Orientierung gibt, dass es aber innerhalb dieser eine Pluralität von evangelischer Positionierung gibt, die weniger theologisch als vielmehr kulturell und historisch begründet ist“. Dies spiegele auch die Stellungnahme des GEKE-Rates vom Oktober 2015 wieder, die jedoch, so Fischbach, „auch sehr eindeutig Positionierungen vornimmt, etwa in der Übernahme der Forderung nach Einrichtung von sicheren Fluchtwegen mittels Visa-Vergabe, so dass den Schleppern ihr Handwerk gelegt werden kann“.

Tagesaktuelle Herausforderungen wie die Flüchtlingspolitik befassen neben EKD und GEKE auch die KEK. Zu ihrer täglichen Arbeit zählten „zahlreiche und vielfältige Dialogformate zwischen KEK und den Institutionen“, so Fischbach, „in denen spezifische aktuelle europapolitische Themen diskutiert werden“. Hierzu gehöre die enge Kooperation mit der Kommission der Kirchen für Migration in Europa (CCME) ebenso wie die „Teilnahme an der Konsultation über einen europäischen Pfeiler sozialer Rechte, der die soziale Dimension Europas verstärken soll“. Jenseits der einzelnen politischen Herausforderungen sorgt sich die EKD um „die Zukunft der europäischen Idee, die aus der Erfahrung von Krieg, Vertreibung und Tod eine Periode des Friedens und der Stabilität geschaffen hat“, erläutert Katrin Hatzinger. Es gelte, darauf hinzuwirken, dass sich Europa auch künftig „zu seinem Selbstverständnis als Wertegemeinschaft bekennt“. Daher wolle die EKD ihre Unterstützung des Europagedankens „auf allen Ebenen sichtbar machen – durch Veranstaltungen, Texte und in Gesprächen mit der EU-Politik“. In diesem Sinne wurde auch das Reformationsjubiläum aufgegriffen, unter anderem am 8. März mit einer gemeinsamen Konferenz mit der GEKE im Europäischen Parlament zum Thema „500 Jahre Reformation: Europa gestalten – Veränderung wagen“.

Auch die KEK setzt sich für den Erhalt Europas als Wertegemeinschaft ein, berichtet Fischbach. Nicht nur, dass man 2013 mit der Verlegung des Hauptsitzes von Genf nach Brüssel auch ein politisches Signal habe senden wollen. Zudem habe die KEK unter anderem die Europäischen Kirchen zum gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft Europas eingeladen: „Dazu werden 2017 verschiedene Regionalkonferenzen durchgeführt, deren Ergebnisse in die Vollversammlung 2018 in Novi Sad, Serbien, einmünden und weiter diskutiert werden.“

Erschienen in: Die Kirche – Evangelische Wochenzeitung 13/2017.

„Deutsch ist in Prag keine Fremdsprache“

Die Pfarrerhebung der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Tschechiens Hauptstadt stellt ein wichtiges kirchen- und verständigungspolitisches Signal dar

Prags Erzbischof Dominik Kardinal Duka sowie die Gesandte der Bundesrepublik Deutschland und der Botschafter der Republik Österreich waren am 4. Dezember zu Gast in der Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen in der Prager Neustadt. Grund war der Festgottesdienst anlässlich der Erhebung der dort ansässigen Deutschsprachige Katholische Gemeinde zu einer regulären Personalpfarrei des Erzbistums Prag, die bereits am 1. Oktober in Kraft getreten war.

Festgottesdienst in der Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen in der Prager Neustadt anlässlich der Erhebung der dort ansässigen deutschsprachigen Katholische Gemeinde zu einer regulären Personalpfarrei des Erzbistums Prag. (Foto: LandesEcho)
Festgottesdienst in der Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen in der Prager Neustadt anlässlich der Erhebung der dort ansässigen deutschsprachigen Katholische Gemeinde zu einer regulären Personalpfarrei des Erzbistums Prag.
(Foto: LandesEcho)

Nach der slowakischen und der polnischen Gemeinde bilden somit die deutschsprachigen Katholiken nun die dritte fremdsprachige Personalpfarrei in der Erzdiözese Prag. Dies darf als deutliches kirchenpolitisches Signal verstanden werden: Katholiken deutscher Nationalität oder Sprache bilden nicht mehr eine parallele Organisationsstruktur, sondern sind ein anerkannter und fest integrierter Teil der katholischen Kirche vor Ort. So begründete Erzbischof Duka die Pfarrerhebung auch nicht nur mit der Stabilität und dem anhaltenden Wachstum der seit 1990 bestehenden Gemeinde, sondern auch mit der „jahrhundertealten Tradition deutschsprachiger Kultur in der tschechischen Metropole“, wie die Gemeinde mitteilt. „Die Erhebung zur Pfarrei ist ein weiteres positives Signal, das sich gut einreiht in die lange Kette der postiven Signale auf kirchlichem, kulturellen, politischem und wirtschaftlichem Gebiet“, erklärt Pater Martin Leitgöb gegenüber dem DOD. Der aus Österreich stammende Redemptorist war bisher Gemeindeseelsorger und ist nun Pfarradministrator der deutschen Gemeinde. Das Signal, das die katholische Kirche gesetzt hat, wird in Tschechien wahrgenommen: „Die Pfarrerhebung hat auch in Tschechien ein beträchtliches Echo ausgelöst. So haben mehrere kirchliche und weltliche Medien berichtet – und zwar immer positiv“, berichtet Leitgöb: „Im Grunde genommen ist daran zu sehen, dass sich die Verhältnisse zwischen Deutschen und Tschechen durchaus normalisiert haben bzw. dass man auf beiden Seiten bereit ist, aufeinander zuzugehen, miteinander zu arbeiten und sich gemeinsam für eine versöhnte Nachbarschaft im Herzen Europas einzusetzen.“

So alt die deutsche Tradition ist, an die die Gemeinde anknüpfen kann, ist sie jedoch keine klassische Minderheitengemeinde der seit Jahrhunderten ansässigen Deutschen – wie sie etwa die protestantischen Siebenbürger Sachsen in Rumänien bilden – bzw. stellen die autochthonen tschechischen Staatsbürger mit deutscher Muttersprache nur einen Teil der Gemeindeglieder dar. Neben ihnen setzt sich die – von einem relativ niedrigen Altersdurchschnitt geprägte – Gemeinde aus Angehörigen binationaler Familien und berufsbedingt in Prag lebenden Deutschen, Österreichern und Schweizern zusammen.

Dennoch ist die Pfarrerhebung gerade für die heimatverbliebenen Deutschen von zentraler Bedeutung. „Kardinal Duka sagte beim Festgottesdienst zur Pfarrerhebung am 4. Dezember den schönen Satz: ‚Deutsch ist in Prag keine Fremdsprache‘“, hebt Leitgöb hervor. Dementsprechend fühle sich die „Pfarrgemeinde eingebettet in die jahrhundertelange deutschsprachige Kulturtradition der tschechischen Hauptstadt“ und wolle ihren Beitrag „zum Weiterbestand dieser Tradition leisten“.

Zu diesem Zweck arbeitet die Gemeinde mit den Organisationen sowohl der heimatverbliebenen als auch der heimatvertriebenen Deutschen zusammen: Leitgöb betont das gute Einvernehmen mit dem „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ und dem „Kulturverband der Bürger deutscher Nationalität in der Republik Tschechien“. Ferner bestünden enge Kontakte, mit der Ackermann-Gemeinde und der Sudetendeutschen Landsmannschaft. „Ich selber bin neben meiner Funktion als Pfarrer auch Geistlicher Beirat der tschechischen Ackermann-Gemeinde“, erklärt Leitgöb.

Dabei vermag es die Gemeinde nicht nur, deutschsprachigen Katholiken in Tschechien ein Stück Heimat zu geben und so auch zu ihrer Identitätsbindung beizutragen. Daneben leistet sie einen zentralen Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen, und damit zur Stärkung eines europäischen Bewusstseins, das gegenwärtig vielfachen Angriffen ausgesetzt ist. In diesem Zusammenhang ist für Leitgöb der Begriff „Dialog“ wichtig: „Wie wichtig dieser Dialog weiterhin ist, wurde mir in den letzten Monaten an den unterschiedlichen Standpunkten zwischen Deutschen und Tschechen in der Flüchtlingspolitik bewusst. Ich selber versuchte immer wieder, so gut ich konnte, tschechischen Freunden die deutschen Positionen zu erklären und deutschen Freunden die tschechischen Positionen. Das kann manchmal mühsam sein, aber es geht nicht anders. Ich versuche, diesen Dialog auch in unserer Pfarrei zu pflegen, immerhin sind wir ja eine Gemeinschaft aus Tschechen und Deutschen.“

In diesem Sinne wollen die Gemeinde und Leitgöb auch in Zukunft weiter wirken: „Es gibt wohl nicht viele Vereinigungen, in denen die konkrete Verständigung mit einer so hohen Regelmäßigkeit – Sonntag für Sonntag und vielfach auch dazwischen – geschieht.“

Tilman Asmus Fischer

Erschienen in: DOD – Deutscher Ostdienst 6/2016 und Sudetendeutsche Zeitung 51/52/2016.