Der Bekenntnisstarke

Profiliert und mediengewandt: Werner Münch, Schirmherr von „Freude am Glauben“.

Von Tilman Asmus Fischer

Als Schirmherr des Kongresses „Freude am Glauben“ gehört Werner Münch zu den profiliertesten Katholiken in Deutschland. Mit ihm hat das Forum Deutscher Katholiken – dessen Kuratorium Münch angehört – einen renommierten Unterstützer aus dem öffentlichen Leben, der eine bemerkenswerte akademische Karriere und ein Wirken auf unterschiedlichen politischen Ebenen aufzuweisen hat.

Zudem ist der facettenreiche Lebensweg des 1940 in Kirchhellen geborenen Münch geprägt durch tiefen Glauben und ein hieraus erwachsendes nachhaltiges Engagement als bekennender Christ. Über seine frühe Prägung durch die katholische Diaspora in Salzgitter, wo er nach dem Krieg in einfachen Verhältnissen aufwuchs, berichtet Münch in einem Gespräch mit Stefan Meetschen, das unlängst unter dem Titel „Leben mit christlichen Werten“ in Buchform erschien: „Das Gemeindeleben, auch das Verhalten der Gemeinde in den Eucharistiefeiern, war anders als heute. Die Andacht in der Liturgie war ganz selbstverständlich, ohne die vielen ,Events‘, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vielfach Einzug gehalten haben.“ Das Buch wird am Freitag beim Kongress „Freude am Glauben“ um 20 Uhr im Kongresszentrum Esperanto in Fulda vorgestellt.

Letztlich verwundert es vor dem Hintergrund derart starker konfessioneller Prägung nicht, dass sich Münch nach seinem Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in den Dienst des katholischen Hochschulwesens stellte. So war er in den 1970er Jahren nicht nur Professor und Rektor der in Vechta ansässigen Katholischen Fachhochschule Norddeutschland, sondern zudem auch Präsident der Rektorenkonferenz kirchlicher Fachhochschulen.

Dabei gingen Münchs Ambitionen über den Bereich der Bildungspolitik hinaus: 1984 zog er für die CDU ins Europaparlament ein und nachdem er seine Partei bei den ersten demokratischen Wahlen in Sachsen-Anhalt unterstützt hatte, wurde er 1990 Finanzminister und 1991 Ministerpräsident des mitteldeutschen Bundeslandes. Nach seinem Rücktritt 1993 blieb er weiterhin aktiv – als politischer Berater, unter anderem für Bulgarien und Aserbaidschan, aber auch als Katholik. Dem tat auch sein Austritt aus der CDU 2009 keinen Abbruch: „Ich habe meine christlich orientierte und motivierte Missionsarbeit im politischen und gesellschaftlichen Raum nicht eingestellt, sondern sie nur verlagert“, erklärt er Meetschen. Neben seinem Engagement im Forum Deutscher Katholiken ist er als Publizist und in der Joseph-Höffner-Gesellschaft, zeitweise auch in deren Vorstand, aktiv.

Erschienen am 19. Juli 2018 in der Zeitung „Die Tagespost“ (www.die-tagespost.de).

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