Erinnerungsorte der Reformation

Auch im Osten hat die Reformation ihre Spuren hinterlassen

2017 feiern Menschen weltweit das historische Ereignis der Reformation. In Deutschland stehen die geschichtlichen Entwicklungen rund um die lutherische Reformationsbewegung in Mitteldeutschland naturgemäß im Zentrum der Feierlichkeiten. Deshalb lohnt es sich umso mehr, auch an die europäische und weltweite Wirkmacht dieses historischen Phänomens und seine unterschiedlichen Ausprägungen zu erinnern. Dabei kann der Blick in einzelne multikonfessionell und multiethnisch geprägte Regionen sehr aufschlussreich sein. In diesem Sinne sollen hier die historischen deutschen Ost- und Siedlungsgebiete zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer beleuchtet werden.

Infolge von Flucht und Vertreibung fehlen in diesen Kulturlandschaften heute die Träger des historisch gewachsenen protestantischen Erbes – kirchlicher Traditionen und Frömmigkeitskulturen – oder sie befinden sich, wo sie es nicht schon zuvor taten, in der Lage einer kleinen Minderheit. Dennoch erinnern zwischen Riga, Odessa und der Gottscheer Sprachinsel immer noch viele Orte und Kulturdenkmäler an die Reformationsgeschichte und die Vielfalt protestantischen Lebens im Osten Europas. 14 solcher Erinnerungsorte sollen hier exemplarisch betrachtet werden.

Während die Gebiete in Mittelost- und Nordosteuropa weiten Teils traditionell evangelisch-lutherisch geprägt waren, ja, das Luthertum oft auch als die ‚deutsche‘ Religion erlebt wurde, war die vorherrschende christliche Religion im europäischen Südosten der römische Katholizismus. Diesen Raum dominierte bis zur Entstehung junger Staaten am Ende des Ersten Weltkriegs zwei Mächte, die wenig Sympathien für den Protestantismus hegten und daher kaum bereit waren, ihn in ihren Ländern zu pflegen, geschweige denn, besondere Erinnerungsorte zu bewahren. Südosteuropa bietet daher weniger ausgewiesene Erinnerungsorte der Reformation. Doch der genaue Blick lohnt sich: Gerade aus Diaspora und Bedrückung heraus entstanden bemerkenswerte Varianten des Protestantismus.

Martin Luther (Georg Pencz, 1533)

Königsberg – Hauptstadt des ersten protestantischen Staates

Nur acht Jahre nach dem Wittenberger Thesenanschlag wurde mit der Säkularisierung eines Teils des ehemaligen Deutschordensstaates der erste protestantische Staat gegründet: Das Herzogtum Preußen mit seiner Hauptstadt Königsberg. Begleitet hatte die schon zuvor eingeführte Reformation Martin Luther persönlich, der als Ratgeber des neuen Herzogs Albrecht fungierte. Rasch wurde Königsberg zu einem wichtigen reformatorischen Zentrum im Ostseeraum, wozu vor allem auch die Gründung der Albertus-Universität im Jahre 1544 beitrug. 400 Jahre später – im August 1944 – zerstörten britische Bomber die Universität sowie die einstige evangelische Hauptkirche, den Dom, zusammen mit weiten Teilen der Innenstadt. Der Dom konnte nach Ende der kommunistischen Gewaltherrschaft – vor allem durch finanzielle Förderung aus Deutschland – wiederhergestellt werden. Die heutige lutherische Diaspora im Königsberger Gebiet besteht vor allem aus Russlanddeutschen, die sich hier in den letzten Jahrzehnten niederließen.

Baltikum: Petrikirche, Riga – Reformation und Bürgertum

Die Territorien des Deutschen Ordens nördlich Preußens sollten auch über das Jahr 1525 hinaus noch unter Herrschaft des katholischen Ordens bleiben. Hier waren es vor allem die deutschen Bürger in den Städten, die sich um die Durchsetzung der Reformation verdient machten. Riga etwa hatte sich bereits 1522 der Reformation angeschlossen. Wahrzeichen dieser bürgerlichen Reformation ist die Rigaer Petrikirche, der älteste Kirchbau des Baltikums. Hier befinden sich Grablegen unterschiedlicher Patrizierfamilien. Die Petrikirche liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom, wo bis in die 1530er Jahre hinein noch der Rigaer Erzbischof residierte, bevor auch seine Kirche den Lutheranern zugeschlagen wurde. Ausdruck fand der kulturelle Reichtum des baltischen Protestantismus auch in Form der 1734 in der Petrikirche von Gottfried Kloosen errichteten Barockorgel. Seit einigen Jahren setzt sich eine deutsch-estnische Stiftung für ihre Rekonstruktion ein (www.peters-church-organ-riga.com).

Die Königliche Kapelle im Schatten von St. Marien, Danzig
(Foto: Diego Delso via Wikimedia)

Danzig – Nebeneinander von Altgläubigen und Protestanten

Zu den Orten, deren historische Bedeutung an das Phänomen Reformation erinnert, gehören auch exklusiv katholische Erinnerungsorte – wie die Königliche Kapelle in Danzig. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu St. Marien, der wohl bedeutendsten (bis 1945 evangelischen) Backsteinkirche des Ostseeraumes. Ihre Existenz verdankt die Kapelle – was auf den ersten Blick womöglich paradox klingen mag – der Reformation im Hanseraum: Nachdem allmählich alle Kirchen, einschließlich St. Marien, evangelisch geworden waren, fehlte den verbliebenen Danziger Katholiken ein Gotteshaus. Finanziert durch ihren Stifter, den polnischen König Johann III. Sobieski, wurde daraufhin die „Kaplica Królewska“ als neue katholische Kirche errichtet und 1681 fertiggestellt. Damit steht sie sowohl für den Bedeutungsverlust der katholischen Kirche in protestantisch gewordenen Städten – als andererseits auch für die Fähigkeit zur neuen Selbstverortung unter veränderten Umständen sowie zum Nebeneinander von altem und neuen Glauben.

St. Marien in Danzig: Die einstige große evangelische Stadtkirche ist heute katholisch.

Russland: Kolonie Molotschna – Mennoniten an der Wolga

In Danzig und seinem Umland fanden während des 16. Jahrhunderts im Westen Europas – gerade auch von ihren protestantischen Glaubensgeschwistern – verfolgte Täufer Zuflucht, zeitweise auch einer ihrer Namensgeber Menno Simons. Im 18. und 19. Jahrhundert folgten viele dieser Mennoniten der Einladung der russischen Regenten, sich im Zarenreich anzusiedeln. Im Zuge der von ihnen vorangetriebenen Binnenkolonisation entstand u. a. 1804 die Kolonie Molotschna in der heutigen Ukraine. In dieser späterhin mit 57 Dörfern größten Kolonie in Russland wurde die mennonitische Alltags- und Frömmigkeitskultur gepflegt und gelebt. Hierzu gehörte auch die Mundart der westpreußischen Mennoniten, Plautdietsch, in welcher der Name der Kolonie „Molosch“ lautet. Diese Tradition fand mit dem Zweiten Weltkrieg ein Ende: 1943 erfolgte die Umsiedlung in den Warthegau, von wo aus die Russlandmennoniten nach der sowjetischen Besetzung nach Kasachstan und Sibirien deportiert wurden.

Treptow – der Landtag und die Einführung der Reformation

Treptow an der Rega ist für die Einführung der Reformation im damaligen Herzogtum Pommern von doppelter Bedeutung: Zum einen im Hinblick auf die Beschlussfassung über die Annahme des neuen Bekenntnisses, zum anderen auf die Durchsetzung der hiermit verbundenen Kirchenreformen. In erster Hinsicht kommt Treptow in den Blick, da hier 1534 der eigens hierzu einberufene Landtag tagte, der die – bereits in vielen Kirchen vermittelte – lutherische Lehre annahm. Der zweite Aspekt verbindet sich mit der Marienkirche, an der ab 1509 der spätere Reformator Johannes Bugenhagen wirkte. Nachdem es ihn selbst längst ins Herz der Reformationsbewegung – an die Universität Wittenberg – verschlagen hatte, war er es, der im Anschluss an den Landtag die Ausgestaltung der neuen Pommerschen Kirchenordnung übernahm, was er auch für viele andere reformatorische Herrschaften tat. Dass der Pommer Bugenhagen zeitweise auch an der Universität von Kopenhagen lehrte, verdeutlicht zusätzlich, dass seine historische Bedeutung erkennbar über Deutschland hinausgeht.

Fraustadt – Valerius Herberger und das „Kripplein Christi“

Bereits vor dem Anschluss an das evangelische Preußen war der protestantische Glaube in das traditionell römisch-katholische Polen gelangt. Eine Hochburg der dortigen Evangelischen war Fraustadt im Lebuser Land. Mit dem Ort verbindet sich nicht nur der Name des dort geborenen Schriftstellers Christian Gryphius, sondern auch der des Theologen Valerius Herberger. Von ihm stammt das Kirchenlied „Valet will ich dir geben“, das sich noch heute im Evangelischen Gesangbuch findet (EG 523). Als 1604 die lutherische Gemeinde ihre Kirche an die Katholiken abtreten musste, ließ er zwei nebeneinander liegende Wohnhäuser zu einem Bethaus umbauen: Es entstand die neue lutherische Kirche mit dem sprechenden Namen „Kripplein Christi“. Nach einem Brand 1647 wiederhergestellt, ist sie bis heute erhalten geblieben.

Węgrów – Zentrum des Protestantismus im Herzen Polens

Dass der Protestantismus in das nahe der Oder gelegene Fraustadt gelangte, mag nicht verwundern. Jedoch reichte die Ausbreitung des evangelischen Glaubens bis in das später zu Russisch-Polen gehörende Masowien. Hier bildete die Kleinstadt (heute ca. 13.000 Einwohner) Węgrów ein Zentrum protestantischen Lebens. Zu verdanken hat der Ort seine evangelische Prägung der verhältnismäßig toleranten polnisch-litauischen Religionspolitik. So genehmigte etwa Magnat Bogusław Radziwiłł 1651, eine evangelische Kirche zu bauen. Zeitweise verfügten die hier wirkende evangelische Splittergruppe der Antitrinitarier sogar über eine eigene Schule und Druckerei. Von hier wurde auch Warschau seelsorgerlich betreut, bevor es den dortigen Protestanten 1777 gestattet wurde, eine eigene Kirche zu errichten. Bis heute gibt es in Węgrów eine lutherische Diasporagemeinde. Sie ist – mit etwa zehn Gottesdienstbesuchern an Sonntagen – zwar klein, besitzt aus ihrer Geschichte heraus jedoch eine Reihe von Liegenschaften.

Asch – Ursprung des Protestantismus in Böhmen

Ganz im Westen Tschechiens steht das einzige Lutherdenkmal des Landes: In Asch zeugt es davon, dass die Stadt Zentrum des gleichnamigen Ascher Zipfels war. Anders als im übrigen Altösterreich setzte sich hier unter den Lehnsherren von Zedtwitz über Jahrhunderte die Gegenreformation nicht durch, sodass der Protestantismus sogar volkskirchlichen Charakter erlangte. 1960 fiel die evangelische Kirche in Asch einem Brand zum Opfer. An sie erinnert heute ein Denkmal, unweit des Lutherdenkmals. Beide sind letzter Hinweis auf den alten Protestantismus. Bevor durch Toleranz- und Protestantenpatent die Ausübung der evangelischen Religion möglich wurden, galt Asch, dessen Rechte im Westfälischen Frieden bestätigt worden waren, zeitweise als einziger Ort freier öffentlicher Religionsausübung für Protestanten in den habsburgischen Erblanden. Die herausragende Rolle behielt Asch lange bei: In Böhmen, Mähren und dem österreichischen Schlesien blieb der Protestantismus bis heute in der Diaspora.

Schlesien: Friedenskirchen und Gnadenkirchen

Der Protestantismus in Schlesien wurde zwei Mal mit herausragenden Kirchbauprivilegien ausgestattet. 1648 garantierte der Westfälsche Friede den Bau der „Friedenskirchen“ in Glogau, Jauer und Schweidnitz. Dem Friedensschluss verdanken sie ihren Namen. Die Genehmigung der Bauten war mit Einschränkungen verbunden: Sie waren außerhalb der Städte, ohne Turm und Glocken zu errichten, auch durfte kein dauerhafter Stein verwendet werden. Ihre markante, daraus resultierende Fachwerkarchitektur hebt sie jedoch als beeindruckende Kirchbauten hervor. Ein halbes Jahrhundert später kam es dann zu einer Erneuerung des Friedens: Im Zuge des nordischen Krieges lagen die Schweden in Schlesien. Sie rangen 1707 dem geschwächten Kaiser die Konvention von Altranstädt und den Bau von sechs Gnadenkirchen ab. Fünf in Niederschlesien, eine im oberschlesischen Teschen. Der Teschener Kirche kam so besondere Bedeutung zu. 2015 verlieh die Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa Teschen den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.

Die Artikularkirche Käsmark – ein Zugeständnis

Im ungarischen Teil der Doppelmonarchie, zu dem auch die Slowakei zu zählen ist, existierte der Protestantismus, auch dank der Tolerierung durch die Osmanen, unter günstigeren Bedingungen. Eine ambivalente Rolle spielte Leopold I., der erst den Protestanten Ungarns 888 Kirchen nahm, dann aber durch die Türkenbedrohung beim Landtag von Ödenburg 1681 Zugeständnisse machte: 50 Kirchen wurden zurückgegeben oder Bauplätze für neue Kirchen zugeteilt. Vorbild dieser sogenannten Artikularkirchen waren die schlesischen Friedenskirchen. Auch in diesem Fall musste auf festes Baumaterial und einen steinernen Sockel verzichtet, zudem außerhalb von Ortschaften, ohne direkten Straßenzugang, Turm und Glocke gebaut werden. Fünf Artikularkirchen sind noch erhalten, dreien wurde der UNESCO-Weltkulturerbestatus verliehen. Die bekannteste steht in Käsmark. 1890 wurde sie außen verputzt, sodass die Holzkirche als solche nicht mehr zu erkennen ist. Ihr Inneres beeindruckt mit reicher volkstümlicher Ausstattung.

Galizien: Der Bielitzer Zion in Bielitz-Biala

Am geographischen Rand Galiziens liegt Bielitz-Biala. Durch die Doppelstadt fließt die Bialka, die alte Grenze von Österreichisch-Schlesien mit Bielitz und Galizien mit Biala. Die für den Protestantismus bedeutsameren Orte liegen in Bielitz und streng genommen nicht in Galizien. 1610 verfügte die evangelische Gemeinde in Bielitz über acht Kirchen, aber infolge der Gegenreformation sollte den Protestanten ab 1660 für 100 Jahre lediglich ihr Friedhof bleiben. Doch sie blieben evangelisch, ohne Pfarrer und ohne Kirche. Im polnischen Biala genossen sie größere Rechte, wenngleich es auch hier keine Kirche gab. 1781 erhielt das nunmehr galizische Biala die Erlaubnis zum Bau eines evangelischen Bethauses. Auch in Bielitz begann bald darauf der Bau einer Kirche. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte bildete sich das wohl bekannteste Kirchbauensemble des östlichen Habsburgerreichs: Der Bielitzer Zion. Rund um die Kirche entstanden Pfarrhäuser, Schulen, eine Bibliothek, eine Druckerei, ein Waisen-, ein Diakonissenhaus, und: das heute einzige Luther-Denkmal in Polen.

Siebenbürgen: Die Schwarze Kirche in Kronstadt

Auch in Kronstadt erwartet den Besucher ein Ensemble aus Denkmal und Kirche: Vor der Stadtkirche steht die Statue von Johannes Honterus. Seine Rechte deutet auf das Honterus-Gymnasium, in seiner Linken hält er sein Reformationsbüchlein und die Schulordnung. Honterus war Stadtrat von Kronstadt und Gründer besagten Gymnasiums. Vor allem aber wird er heute als Reformator Siebenbürgens verehrt. Seine Zeitgenossen schätzten ihn als Schriftsteller und Humanisten. Seine Grablege fand er in der Marien-, der späteren Schwarzen Kirche, wo nach Einführung der Reformation der erste evangelische Gottesdient abgehalten worden war. Die Kirche erhielt ihren Namen durch einen Stadtbrand am 21. April 1689. Damals brannte die ganze Innenstadt. Der Name, den der Volksmund der Kirche wegen ihrer geschwärzten Mauern gab, erinnerte an die Katastrophe. Ihre Bedeutung ist jedoch weit größer. Sie ist der größte Sakralbau Rumäniens und die größte Hallenkirche östlich von Wien, die mit Orgel, Glocke, orientalischen Teppichen und weiteren Kunstschätzen lockt.

Schloss Auersperg – Reformation unter dem Schutz des Adels

Der Protestantismus verbreitete sich in Slowenien früh unter dem Schutz des lokalen Adels. Einzelne Familien taten sich besonders hervor, auch das Haus Auersperg. Aus Rašica, einem kleinen Dorf unterhalb des Schlosses Auersperg, stammt der Reformator Sloweniens, Primož Trubar. Tubar gilt als Zentralgestalt der slowenischen Geschichte, vor allem als Begründer der slowenischen Schriftsprache. Er war zunächst Pfarrer in der Unterkrain, wirkte in Ljubljana, aber auch in Triest, Kempten und dann als Exulant in Derendingen bei Tübingen, wo er 1586 starb. Trubar stand mit mehreren Mitgliedern der Familie Auersperg in freundschaftlichem Verhältnis. Sie waren Förderer des Protestantismus. Auch die Schlosskapelle der Burg Auersperg wurde früh für evangelische Gottesdienste freigegeben. Die Verbundenheit mit dem Haus Auersperg verdeutlicht Trubars Widmung des letzten Bandes seiner Übersetzung des Neuen Testaments, die u. a. zwei Auerspergern gewidmet ist, die zu dieser Zeit in Tübingen studierten.

Bessarabien: Überkonfessionelles Christentum

Ganz andere Wege wurden in den vergleichsweise jungen Gemeinden Bessarabiens beschritten: Es waren Pietisten und Erweckte, die dem Aufruf Zar Alexander I. zur Besiedelung gefolgt waren. Die Gründer der Kolonie Teplitz z.B. reisten zusammen mit anderen Aussiedlern mit dem Zielort Kaukasus, da man dort den Aufnahmeort der auserwählten Gemeinde in der Endzeit erwartete. Zar Alexander galt dieser chiliastisch geprägten Gruppe als Retter des Christentums. Anfangs gab es gut zwei Dutzend Kolonien. Einzig die Kolonisten in Sarata brachten ihren eigenen Geistlichen, den römisch-katholischen Priester Ignaz Lindl mit. Lindl gestaltete das kirchliche Leben bewusst überkonfessionell. 1823 verließ er Sarata, 1824 trat er der Evangelischen Kirche bei. Lindls Bußpredigten erfreuten sich weit über Sarata heraus großer Beliebtheit, Pilgerfahrten nach Sarata wurden durchgeführt, Konventikel in den einzelnen Kolonien gebildet. Die Kirche in Sarata ist heute noch erhalten. Sie wurde aufwändig restauriert und 1995 wieder eingeweiht.

Johannes Nett
Tilman A. Fischer

Erschienen in: DOD – Deutscher Ostdienst 05/2017.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s